Der lange Weg zur neuen Küche

Auf Facebook habe ich ja bereits öfters kurze Zwischenstände zu unserer neuen Küche gepostet. Wer mir dort folgt weiß also schon, dass das alles nicht ganz optimal lief.

Mittlerweile scheinen alle Mängel beseitigt zu sein, und unsere neue Küche ist komplett nutzbar. Da ich aber auch schon von verschiedenen Seiten angesprochen wurde, wie genau es denn jetzt aussieht, habe ich mich entschlossen hier noch einmal ausführlicher unseren „Langen Weg zur neuen Küche“ zu beschreiben.

Kapitel 1 – Wir kaufen ein

Dezember 2017.

Wir können es nicht mehr länger ignorieren, es wird Zeit für eine neue Küche.

Das unser Backofen schon seit einer ganzen Weile nicht mehr „so ganz richtig“ funktioniert haben wir verkraftet. Mittlerweile verweigert er aber manchmal komplett den Dienst, wenn nicht auch zeitgleich ein Kochfeld läuft. Auch die restliche Ausstattung kommt langsam in die Jahre. Es hilft also nichts, wir müssen das angehen.

Schlussendlich landen wir in Mosbach in der Küchenabteilung von Südstern Möbel und lassen uns dort eine Küche planen. Unser Ansprechpartner wirkt kompetent und holt unserer Meinung nach auch das Beste aus unseren beengten Verhältnissen in der Küche heraus.

Wir sind also guter Dinge und unterschreiben am 27.12.2017 den Kaufvertrag. Als Lieferdatum vereinbaren wir mündlich KW 11/12 in 2018.

Unser Plan sieht vor, dass wir die vorausgehenden Schulferien nutzen können um die alte Küche auszubauen und die notwendigen neuen Anschlüsse legen zu lassen. Wir sind zuversichtlich die 2 bis 3 Wochen ohne Küche überbrücken zu können.

Kapitel 2 – Alles muss raus

Februar 2018.

Da wir bis dato nichts Gegenteiliges von Südstern Möbel gehört haben, gehen wir davon aus, dass alles wie geplant verläuft. Wir beginnen also Mitte Februar damit die alte Küche auszubauen, die Elektrik zu erneuern und zu tapezieren. Unsere provisorische Kochstelle richten wir derweil mit zwei elektrischen Herdplatten und einem Campingtisch im Badezimmer ein. Geschirr, Töpfe & Co werden in Simones Musikzimmer verstaut. Nicht gerade optimal, aber es ist ja für maximal 2 oder 3 Wochen… So ist zumindest bis dato noch der Plan…

Kapitel 3 – Erste Probleme

Anfang März machen sich bei uns die ersten Sorgen breit, da wir bisher noch nichts vom Möbelhaus gehört haben. Wir wären jedenfalls bereit für die neue Küche. Am 07.März schicken wir eine Mail an „unseren“ Küchenplaner und fragen nach wie es denn mit dem Liefertermin und dem Einbau aussieht. Am 08.März teil man meiner Frau telefonisch mit, dass unser Verkäufer das Unternehmen leider mittlerweile verlassen hat, und sich der Einbau der Küche etwas verzögern wird. Es sind zwar wohl alle Teile da, ein Einbau ist aber am 10. April möglich. Der Gedanke weitere 4 Woche im Bad kochen zu müssen, sagt uns verständlicherweise nicht unbedingt zu. Nur haben wir dummerweise versäumt den vereinbarten Liefertermin auch im Vertrag schriftlich festzuhalten. Ich schreibe also noch am selben Abend eine Mail an das Möbelhaus, schildere unsere Lage und bitte entweder um einen früheren Einbautermin oder aber zumindest um einen Preisnachlass, falls sich der Einbau verzögert.
Wenig später meldet sich jemand vom Möbelhaus und verspricht uns immerhin, dass man die Küche am 17. März, einem Samstag, einbauen wird.
Die Verzögerungen schiebt man auf den ehemaligen Mitarbeiter der uns im Dezember beraten hat. Angeblich hätte ihm da schon klar sein müssen, dass dieser Termin nciht zu halten sei.

Nebenbei erfahren wir, dass Südstern in der Zwischenzeit von Möbel AS aufgekauft wurde, und unser Küchenplaner im Zuge dieses Wechsels das Unternehmen verlassen hat. Das hilft uns alles natürlich nicht sonderlich viel. Immerhin verzögert sich der Einbau nun nur noch minimal.

Wir hätten auch mit einer längeren Verzögerung leben können, hätte man uns gleich darüber informiert. Dann hätten wir mit dem Ausbau der alten Küche eben entsprechend länger gewartet.

Kapitel 4 – Hurra, die Küche kommt… teilweise…

Am 17. März rücken tatsächlich die Küchenbauer an und machen sich ans Werk. Zunächst sieht eigentlich alles OK aus, bis gegen Mittag plötzlich der komplette Strom im Flur und den angrenzen Räumen ausfällt. Die Küchenbauer haben versehentlich eine Stromleitung angebohrt und damit das halbe Erdgeschoss lahmgelegt. OK, das Kabel stammt wohl noch aus der Original-Bauzeit des Hauses und wurde diagonal durch die Wand verlegt. Das konnte wirklich niemand ahnen, das an dieser Stelle ein Kabel verläuft. Leider bekommen die Küchenbauer das Problem nicht in den Griff und der Strom bleibt aus. Dafür haben sie beim Versuch den Fehler zu beheben ein relativ großzügies Loch in unsere frisch tapezierte Wand hinterlassen. Da ja Samstag ist können Sie auch den hauseigenen Elektriker nicht zur Hilfe holen und versuchen uns auf Montag zu vertrösten. Wir entschließen uns also es beim Elektriker im Ort zu versuchen. Glücklicherweise ist dieser auch schnell zur Stelle, begutachtet den Schaden und flickt das angebohrte Kabel. Er ist dabei etwas verwundert über das große Loch rund um das angebohrte Kabel. Er wäre wohl auch mit weit weniger Schäden an der Wand an das Kabel gekommen.

Dummerweise haben wir trotz dem geflickten Kabel noch immer keinen Strom im Flur. Nach einer längeren Suche findet unser Elektriker den Fehler in einer der Verteilerdosen. Irgendwie hat sich hier wohl eine Klemme gelöst. Der Elektriker erklärt uns, das könne durchaus durch den Kurzschluss beim Anbohren kommen. Klingt plausibel für uns. Etwas beunruhigender finde ich seine Erklärung, dass das gelöste Kabel bereits fröhlich vor sich hin schmorte. Eine kleine Rauchfahne kam uns beim Öffnen der Verteilerdose auch tatsächlich entgegen. Ob das wohl schief gegangen wäre, wenn wir auf den Elektriker des Möbelhauses gewartet hätten?

Wenig später stellen die Küchenbauern fest, dass das falsche Müllsystem geliefert wurde. Das wäre nicht das was wir haben wollten. Sie versprechen eine schnelle Nachlieferung. Die zwei großen Kartons mit dem falsch gelieferten Müllsystem sollen wir so lange bei uns deponieren. Auch ging eines der Regalbretter kaputt und müsste ausgetauscht werden. Das würde dann mit dem Müllsystem erledigt werden.

Während einer der Möbelbauer wenig später bereits im Wagen sitzt und auf seinen Kollegen wartet, feilt dieser noch hektisch am Sockel unseres Eckrondels herum und verschwindet dann ebenfalls.

Aber hey… Wir haben eine neue Küche! Oder doch nicht?

Kapitel 5 – Nachlese

Erst nachdem die Küchenbauer weg sind, wird uns das Ergebnis dieses Tages so richtig bewusst:

  • Ein ca. 10 x 10 cm großes Loch gut sichtbar neben der Dunstabzughaube in der Wand
  • Ein defektes Regalbrett
  • Etliche Macken in der Tapete
  • Kein Müllsystem in der Küche
  • Dafür zwei große Kartons im Wohnzimmer

Aber immerhin ist uns der Kabelbrand erspart geblieben. Man muss ja immer das Positive sehen. Zur Sicherheit schicke ich am nächsten Tag eine Mängelliste an das Möbelhaus und bitte darum uns einen Termin zu nennen bis wann die Mägel behoben werden.

In den darauf folgenden Tagen stellen wir fest, dass auch die Spülmaschine wohl nicht korrekt eingebaut wurde. Bei jedem Spülgang wackelt sie fröhlich vor sich hin und verschiebt sich dadurch. Beim Schließen bleibt außerdem die Tür der Spülmaschine an der seitlichen Abdeckleiste hängen. Das tut der auf Dauer sicher auch nicht gut…

Am 21. März frage ich nochmal im Möbelhaus nach, da wir noch keinerlei Reaktion auf unsere Mail erhalten haben, und auch das Problem mit der Spülmaschine noch nachmelden möchte.

Am 22. März erhalten wir eine Mail, in der man uns verspricht sich bald zu melden.

Kapitel 6 – Nur noch ein paar Nachbesserungen

Irgendwann in KW 13 kommt eine Mitarbeiterin von Möbel AS bei uns vorbei und sieht sich die Mängel Vor-Ort an. Die Macken in der Tapete und das Loch in der Wand haben wir in der Zwischenzeit selbst behoben. Die Dame notiert sich alles, verspricht eine schnelle Behebung, verweist nochmal darauf, dass unser ursprünglicher Küchenplaner sich da ja doch ein paar Fehler bei der Planung geleistet hat, und verschwindet wieder.

Bis zum 13. April herrscht schweigen. Wir bekommen weder Lieferzeiten mitgeteilt noch sonstige Informationen wie es mit unserer Küche weitergeht. Ich frage per Mail nach. Am 16. April bestätigt man uns, das unsere Ersatzteile in KW 16 oder 17 geliefert werden. Man werde sich dann sofort bei uns melden.

Am 07. Mai (KW 19) warten wir noch immer auf diese Rückmeldung. Ich schreibe wieder einmal eine Mail und bitte um Informationen. Am 09. Mai bestätigt man uns einen Termin für den 22. Mai. Immerhin scheint nun ein Ende in Sicht zu sein.

Am 15. Mai versagt dann das Eckrondel, mittlerweile Heimat unserer Töpfe und Pfannen, den Dienst. Es lässt sich keinen Millimeter mehr drehen. Außerdem schließt eines der Hängeschrank nicht mehr richtig. Ich rufe also wieder mal im Möbelhaus an, und frage nach, ob sich evtl. jemand VOR dem 22. wenigstens das Rondel ansehen könnte. Es wäre ja schon praktisch wenn wir an Töpfe & Co kommen würden. Leider ist dort niemand mehr erreichbar.

Am 16. Mai schicke ich eine neue, erweiterte Mängelliste ans Möbelhaus und erinnere auch noch einmal an meine Anfrage bezüglich einem Preisnachlass. Außerdem verlange ich einen neuen, namentlichen Ansprechpartner. die bisherige Kommunikation lief über wechselnde Personen und über verschiedene allgemeine Email-Adressen. Noch am selben Abend erhalten wir Kontaktdaten von einem Mitarbeiter der speziell zur Bearbeitung von Reklamationen eingestellt wurde. Er wäre über unseren Fall informiert und würde sich bei uns melden. Außerdem verspricht man uns, dass noch vor dem 22. ein Monteur vorbeikommen wird, um sich das Rondell anzusehen.

Am 18. Mai kommt dann tatsächlich ein Monteuer vom Möbelhaus vorbei. Leider kann auch er das Rondell nicht reparieren, hängt uns aber immerhin die Türen aus, damit wir wieder an unsere Töpfe kommen. Außerdem schaut er sich den Schrank an, der nicht korrekt schließt. Er verspricht hier neue „Dämpfer“ zu bestellen, die dann ausgetauscht werden sollen.

Kapitel 7 – Die Küchenbauer sind wieder da

Am 22. Mai treffen wieder die Küchenbauer ein. Die gleiche Firma wie beim ersten Anlauf, aber ein anderes Team. Der Fehler am Rondel ist schnell gefunden: Die Fußleisten waren schlampig ausgefeilt, das Rondel hatte daher zu wenig Spielraum. (War da nicht was mit hektischem Feilen, während der Kollege schon hupend im Auto saß?) Die Fußleisten werden komplett demontiert und neu zugesägt. Das Rondel dreht sich wieder.

Das defekte Regalbrett wird ausgetauscht.

Das korrekte Müllsystem wird eingebaut. Dabei stellt das neue Team fest, dass das erste Team den Abfluss der Spüle so eingebaut hat, dass das geplante Müllsystem nicht passen kann. Beim Umbau des Abflussrohrs stellen sie fest das wohl „irgendjemand“ vergessen hat einen Dichtungsring einzusetzen. Sie haben leider keinen passenden dabei. Zum Glück kann mein Vater da aushelfen.

Neue Dämpfer für den Schrank haben sie leider keine dabei. Aber sie beheben das Problem (vorrübergehend) indem sie ein paar Schrauben nachjustieren.

Bleibt noch die wackelnde Spülmaschine: Nach einem kurzen Blick stellt man verwundert fest, das man die doch eigentlich nur links und rechts noch mit den Verblendungen verschrauben müsste. 4 Schrauben später sitzt die Spülmaschine wo sie hingehört.

Die Küchenbauer verschwinden wieder. Man meldet sich wieder wenn die Dämpfer da sind.

Kapitel 8 – Ende gut, alles gut?

Wir warten bis zum 04. Juni. Vom Möbelhaus meldet sich niemand, auch nicht der Kollege von der Reklamationsabteilung. Wieder einmal frage ich per Email nach, wie es denn nun weitergeht. Auch den Preisnachlass frage ich erneut an.

Am 07. Juni kommt tatsächlich noch einmal ein Monteur vorbei. Da die Schranktür im Moment mehr oder weniger zuverlässig schließt, lässt er uns die Dämpfer da, tauscht sie aber nicht aus. Das ist OK für uns.

Am 08. Juni erhalten wir auch eine Antwort auf unsere Anfrage nach einem Preisnachlass:

Sehr geehrter Herr Egolf,
nochmals möchten wir uns dafür entschuldigen, dass Sie Grund zur Unzufriedenheit und Beanstandung haben und die Reklamationsbearbeitung etwas Zeit in Anspruch genommen hat.

Wir können selbstverständlich nachvollziehen, dass Reklamationen –  gerade bei neuen Möbelstücken – ärgerlich sind. Jedoch wurden diese umgehend erfasst und an den Hersteller weitergeleitet. Zwischenzeitlich konnten alles zu Ihrer Zufriedenheit erledigt werden.

Nach Prüfung des Vorgangs durch Frau XXXXXX, als auch durch unsere Geschäftsleitung, können wir Ihrer Forderung nach einem Preisnachlass leider nicht nachkommen.

Bei weiteren Fragen oder Anmerkungen können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Südstern Möbel Online Team

Echt jetzt? Alles wurde zu „unserer Zufriedenheit erledigt“? Und das ganze hat nur „etwas Zeit“ in Anspruch genommen?

Das kann man vermutlich so oder so sehen…

Schlusswort

Fehler können immer mal passieren. Das kann ich echt verstehen. Nicht verstehen kann ich, wenn man als Kunde nicht zeitnah informiert wird, und jedem Brocken Information nachrennen muss. Auch kann ich nicht verstehen, dass man das ganze dann am Ende als mehr oder weniger normalen Ablauf zu sehen scheint, da ja eine Entschädigung nicht notwendig erscheint.

Falls also jemand von euch Möbel oder eine Küche sucht: Ich kann euch leider aktuell kein Küchenstudio empfehlen, aber ich kenne eine Kette von der ich auf jeden Fall abraten kann…

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